Kryptik - fremde ZeichenKryptik - ProjektbeschreibungDie Zeichen zum Kryptik-Zyklus ähneln im Grunde genommen den Schriftzeichen westlicher Prägung. Ausgehend von der lateinischen Capitalis, den Großbuchstaben, entstanden vergleichbare Zeichenformen ohne alphabetischen Hintergrund. Dabei ist der Schwierigkeitsgrad in der Abstraktion weitgehend ähnlich:
Vor allem die Gestik sollte untersucht werden - und das aus gutem Grund; schließlich war dies eine Übung zum Schriftentwerfen (siehe auch: eine notwendige Übung). Ohne Vorgaben zur Abstraktion wäre jede Zeichenform denkbar gewesen, vom stark abstrahierten bis zum piktografischen Zeichen (Bildzeichen). Das Ausmaß all dieser Möglichkeiten hätte den Rahmen dieser Aufgabe gesprengt. Es ist nicht so einfach, sich von überlieferten Zeichenformen zu trennen. Daher bestand die erste Übung darin, typische Merkmale anders darzustellen:
Allein die Umkehrung bzw. Veränderung bestimmter Merkmale hat bei bekannten Zeichenformen eine ungewohnte Erscheinung erzeugt. Geändert wurden aber nur: Längen, Schwellstrich, Schreibrichtung (durch Spiegelung) und Geraden bzw. Kreisbögen.
Auch mit der folgenden Methode erzielt man weitere interessante Formen. Bei diesen Beispielen wurde verschoben, zusammengefügt, weggelassen und hinzugefügt:
Immer noch sind bekannte Buchstabenformen erkennbar. Allerdings zeigen bereits diese beiden Abbildungsreihen, dass die Ausgestaltung, das Kleid des Zeichens, eine wesentliche Rolle spielt. Flächigkeit und Fett-Mager-Verhältnisse (neben weiteren Kriterien der Wahrnehmung) verleihen einem (Schrift-)Zeichen einen bestimmten Charakter.
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Das lateinische Alphabet benutzt die Elemente Gerade, Diagonale und Kreisbogen. Das Schreiben von Buchstaben stellt die Gestik vor unterschiedlich schwierige Aufgaben, in dieser Reihenfolge:
1. Einfache Kreuzung:
2. Richtungswechsel eckig:
3. Richtungswechsel rund:
4. Schweißen an der Strichmitte:
5. Schweißen von zwei Strich-Enden:
6. Schweißen am Ende eines Strichzuges:
7. Anfang und Ende zusammentreffen lassen: Diese Untersuchung ist Teil eines Versuchs von Adrian Frutiger - siehe auch sein Buch »Die Zeichen der Sprachfixierung«. |