Typografie im Lyrix-Projekt
Sonstige Schriftarten
Sie haben sich zu Recht gefragt, was sich in die bisherigen Kategorien nicht einordnen läßt und deshalb unbedingt hier und jetzt aufgeführt werden muss. Sie werden sehen, dass hier einige Schriftarten aufgeführt werden, die zwar eingeordnet werden können, aber dennoch weitgehend unscheinbar auftreten: Schreibmaschinen- und Nichtproportionalschriften. Sie laufen im allgemeinen aufgrund ihrer Verwendbarkeit unter »ferner liefen«, als »sonstige Schriftarten«. Verwendet man solche Schriftarten, dann aus Gründen der Heraushebung und Abrückung vom eigentlichen Text. Abstand wird erzeugt; mehr noch: egal, ob Nichtproportionalschrift für die typografische Darstellung von Programmcode oder Schreibmaschinenschrift für die typografische Darstellung als Manuskript, es wird auf die technische Herkunft hingewiesen: frisch aus der Maschine.
Die bekannteste Nichtproportionalschrift ist gegenwärtig wohl die Courier. Sie finden die Eintönigkeit und Unpersönlichkeit auf dem Motiv Captain Jack, wo die Texte wie Merkzettel hängen. Frisch aus dem Fernschreiber kommen die Zeilen von London calling. Dieser Eindruck wird durch die Vintage Typewriter Corona erweckt. Die beiden Beispiele zeigen bereits, dass man solche Schriftarten beizeiten getrost einsetzen sollte.
Eine weitere Typewriter-Schriftart ist die ITC American Typewriter. Dies ist keine wirkliche Schreibmaschinenschrift, denn ihre Zeichen nehmen nicht die gleiche Breite ein. Aber die entscheidenen Merkmale wurden für dieses Design benutzt, und dieser Font ist wegen dieser Anmutung seit den siebziger Jahren weltberühmt. Sie finden ein Beispiel in Imagine, allerdings in der schmalen Version (condensed). Die übergroßen Worte sind im mageren (light) Schnitt gesetzt, woran man besonders gut die geniale Linienführung bewundern kann.
Und noch ein sehr dünner Schnitt erwartet Sie: Rogers Typewriter. Wenn Sie die Möglichkeit haben, diesen Font auszuprobieren, sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Zeichen ähneln denen der American Typewriter, aber sie verhalten sich in der Erscheinung noch weicher. Betrachten Sie die Feinheit in Child in time.
Soviel zu diesen unscheinbaren, aber trotzdem beachtenswerten Schriftarten. Vielleicht haben die Beispiele Ihr Interesse geweckt, etwas in dieser Art auszuprobieren.
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Autor: Frank Baranowski, 2004.