Plankton, der kleine Ganove aus der Serie »SpongeBob Schwammkopf«, schafft es einfach nicht, das Geheimrezept des leckeren Krabbenburgers zu ergattern. Deshalb bleiben ihm Erfolg und Anerkennung verwehrt. Dem typografischen Koch kommt das bekannt vor.Holografischer Hackbraten
Planktons Leibgericht ist holografischer Hackbraten. Kein wirkliches Leibgericht, sondern das, was ihm seine digitale Gattin für gewöhnlich serviert, wenn er wieder einmal erfolglos heimkehrt. Erfolg zu erzielen ist sein Bestreben; erfolglos zu sein ist seine Wirklichkeit.
Als typografischer Koch kann ich mir nur die wenigen Haare raufen in Erinnerung dessen, was ich alles an Rezepten ausprobiert habe. Und trotzdem verspürt niemand Heißhunger auf meine Burger. Die typografischen Mittel zu kennen ist eine Sache, sie anzuwenden eine weitere. Klar. Allein die Spielarten, die sich daraus ergeben, erfordern viel Freude am Experimentieren und natürlich Augen, die das typografische Mahl hungrig betrachten.
Von wegen typografische Kochkunst! Schnell muss es gehen. Typografische Mittel anwenden: ja; aber sorgfältig abwägen: eindeutig nein. Appetitlich anrichten: außen unbedingt; aber innen: eindeutig überflüssig. Das typografische Mahl hungrig betrachten, um vielleicht etwas zu verändern? Ich bitte Sie. Das führt nur zu Verzögerungen. Also: eindeutig nein. Als Burgerbrater muss man satt sein. Richtig satt. Dann schichtet man die Zutaten ganz automatisch. Deckel drauf: fertig. Endlich. Der nächste, bitte.
Wenn man satt ist, verliert man keine Zeit mit Nebensächlichkeiten. Der Gast möchte auch keine Zeit vergeuden. Eigentlich ist er gar nicht hungrig, er hat nur das Gefühl essen zu müssen. Aber schnell muss es gehen, denn er hat besseres zu tun. Also reinbeißen, egal, was drinsteckt. Das ist das Geheimrezept. Mr. Krabs weiß es längst. Es geht nur darum, satte Mäuler erneut zu stopfen.
Also sitze ich hier vor meinem holografischen Hackbraten. Ich kann ihn mir anschauen, aber nicht verspeisen. Er macht eben nicht satt.
Autor: Frank Baranowski, 2005. |
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Mach' mal Pause.
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