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Buchstaben als Bilderoder Bilder als Buchstaben?
In der Einleitung wurde bereits von »Bildbuchstaben« und »Initialen« gesprochen. Damit wurde eine Unterscheidung vorgenommen, die nur in der Art der Erscheinung, nicht in der Art der Verwendung liegt. Der Begriff Initiale kommt vom lateinischen initium = Beginn. Als Initiale versteht man den Buchstaben, der den Anfang einer Seite oder eines Kapitels kennzeichnet. Somit ist die Verwendung bestimmt. Tatsächlich sind die Unterschiede in der Erscheinungsform zu finden, die vom ausgeschmückten, verzierten Buchstaben bis zum Figuren-Alphabet reichen.
Initialen wurden bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. angewandt, aber die Blütezeit liegt im Mittelalter, als die klösterlichen Skriptorien immer reicher verzierte und ausgeschmückte Werke hervorbrachten. Sie erinnern sich bestimmt an das Buch bzw. den Film »Der Name der Rose«. Dort wird das Thema sehr eindrucksvoll dargestellt.
Mit der Erfindung der Buchdruckkunst sollte auch aus der Initiale Massenware entstehen. Zwar wurden zunächst die Initialen nicht mitgedruckt, sondern nachträglich handgemalt eingefügt; doch bald kamen ganze Initial-Alphabete aus Holz oder Metall zum Druckeinsatz. Das soll nicht heissen, dass diese wiederverwendbaren Initialen schlecht waren - ganz im Gegenteil: die Schneidetechnik wurde bis zur Perfektion getrieben, und es lassen sich viele schöne Beispiele dieser industriellen Kunst finden: frühe Holzschnitte, Kupferstiche aus dem 17. Jahrhundert, Lithografien aus dem 19. Jahrhundert. |
Damit Sie sich einen guten Eindruck historischer Buchgestaltung machen können, sollten Sie unbedingt beim Vatikan vorbeischauen. Betrachten Sie die Schätze bzw. treasures alter Handschriften und Manuskripte aus päpstlichem Besitz. Es lohnt sich! Siehe auch Weblinks Archive und Weblinks Typografie. |