Webdesign: »Hallo Welt« oder ...?
Das Projekt »Website« kann sich als umfangreiche Aufgabe erweisen. Teilen Sie diese Arbeiten auf, um sich nicht zu überlasten. Denn Sie möchten zu einem bestimmten Termin ins Netz gehen und dann muss Ihre Website funktionieren.
Schrittweise ins Netz
Die inhaltlichen Elemente einer Website nehmen schnell mehr Umfang an, als beabsichtigt war. Versuchen Sie nicht alles auf einmal ins Netz zu stellen. Das führt nur zu unnötigen Terminverschiebungen. Trennen Sie Ihre Inhalte z. B. in »Wesentliches« und »Erweiterungen« und kümmern Sie sich zunächst nur um den ersten Teil. Jeder fängt klein an. Auch Ihre Website wird zunächst vergleichsweise bescheiden ausfallen, aber das ist nicht weiter schlimm. Zum Start ins World Wide Web (WWW) muss Ihre Website fehlerfrei funktionieren. Grund genug also, ausreichend Zeit für letzte Korrekturen freizuhalten.
Es erweist sich als vorteilhaft, die Veröffentlichung in zwei Stufen zu gliedern:
- Das Wesentliche, das Ihre Website von Anfang an zu einem selbsterklärenden Verzeichnis macht.
- Notwendige Erweiterungen, die zurückgehalten werden oder aus anderen Gründen noch nicht zum Einsatz kamen.
Beide Stufen werden in direkter zeitlicher Abfolge durchgeführt, gerade so, als wenn Sie das Projekt in eins durchziehen würden. Mit dieser Einteilung jedoch können Sie Ihre Inhalte besser bewältigen und gleichzeitig Ihren Terminplan entlasten.
Zusammen ergeben beide Stufen ein durchdachtes Fundament, auf dem Ihre künftige Web-Arbeit nicht so schnell ins Schwanken gerät.
Stufe Eins: Das Wesentliche
Stellen Sie die Inhalte zusammen, die grundsätzlich Ihre Website bilden (siehe auch Grundlagen für ein Konzept). Es ist noch nicht wichtig, ob diese Inhalte ausgereift sind oder noch überarbeitet werden müssen. Entscheidend ist, dass Inhalte und Zielsetzung Ihrer Website die Architektur für die Navigation ergeben. Das heißt, das Menü mit den Kategorien zur Benutzerführung ist das Resultat Ihrer Vorarbeit. Falsch dagegen wäre es, ein Menü zu definieren (z. B. weil ähnliche Websites so verfahren) und anschließend die Kategorien zu füllen. Jeder Website-Betreiber hat seine eigene Zielsetzung, und diese läßt sich nicht einfach übernehmen und kopieren.
Bei der Zusammenstellung und Ausarbeitung Ihrer Inhalte werden Sie vielleicht merken, dass eine Menge Daten zusammenkommt, die schließlich auch noch überarbeitet werden muss. Sie können an dieser Stelle einige Dinge aufschieben, sofern sie vorläufig verzichtbar sind. Alles andere wird ausgearbeitet, wobei Sie möglichst Ihren Webdesigner hinzuziehen, wenn nicht sogar einen Texter und einen Fotografen.
Zusammen mit Ihrem Webdesigner können Sie nun aus diesen Elementen eine Website entwickeln, die selbsterklärend funktioniert. Stören Sie sich bitte nicht an geringem Umfang. Jeder weiß, dass Websites im Laufe der Zeit wachsen. Wenige gute und saubere Seiten hinterlassen einen guten Eindruck, aber viele schlechte und unsaubere Seiten vergraulen die Besucher - vielleicht für immer.
Wenn Sie dennoch finden, dass Sie Ihren Besuchern eine Erklärung schulden, können Sie sie dahingehend informieren, dass in Kürze mit mehr Inhalt und Komfort zu rechnen sein wird. Z.B. »Datenblätter in Kürze verfügbar« oder »Unser Liefer-Service demnächst mit größerem Radius«. Damit versichern Sie, dass Sie Verbesserungen anstreben, und Sie laden Ihre Besucher ein, noch einmal vorbeizuschauen. Falsch wäre es, Ihre Website als »Baustelle« zu beschriften. Das ist kein guter Stil.
Schließlich führen Sie eine Testphase durch. Das sollte unter Online-Bedingungen geschehen, d. h. nicht durch Zugriff auf eine lokale Festplatte, sondern über Modem-Verbindung. Wünschenswert sind dabei auch verschiedene Ausstattungen (Rechner und Monitore), sowie Bedienung durch unterschiedliche Benutzer. Selbst wenn man Usability-Kriterien nicht umfassend anwenden möchte, bieten die aufgeführten Maßnahmen eine gute Gelegenheit, einige technische Hürden zu vermeiden: in erster Linie Schriftgrößen (Lesbarkeit), Bildgrößen (Downloadzeit) und Anzahl der Seitenelemente (Downloadzeit, Seitenaufbau). Auch das ist ein Beitrag zur »Usability« (Benutzbarkeit).
Stufe Zwei: Notwendige Erweiterungen
Diese zweite Stufe erfolgt in direktem Anschluss an den ersten Teil, der bereits online verfügbar ist. Sie kümmern sich nun um notwendige Erweiterungen (alles, was Sie aufgeschoben haben), Änderungen und Neuigkeiten. Das ist die Feinarbeit, mit der Sie Ihrer Website den letzten Schliff geben. Auch für diesen Abschnitt ist ein Zeitplan hilfreich.
Alles, was Sie bis jetzt aufgeschoben haben, wird nun erledigt. Das können die unterschiedlichsten Inhalte sein: fehlende und bessere Abbildungen, Details in Text und Bild, Datenblätter u. a.
Auch alle Neuigkeiten werden eingearbeitet. Diese Arbeit wird in Zukunft regelmäßig anfallen. In dieser Phase haben Sie den Vorteil, dass dies zusammen mit anderen Dingen erledigt wird. Dadurch gewöhnen Sie sich daran, Ihre Seiten »wieder anzufassen«. Und darin besteht leider oft eine Hemmschwelle.
Es kann auch durchaus vorkommen, dass bereits Veränderungen an den veröffentlichten Seiten anstehen. Z. B. erfahren Sie durch Rückmeldungen, dass etwas nicht wie gewünscht funktioniert: E-Mail-Kontakt, Ladezeiten, Formularbedienung, Schaltflächen, Links usw. Nehmen Sie alle Rückmeldungen ernst, von wem sie auch kommen. Und suchen Sie mit Ihrem Webdesigner nach Lösungen.
Korrekturen erfordern viel Arbeit, Zeit und Geduld und müssen mit äußerster Sorgfalt durchgeführt werden. Denn mit dieser zweiten Stufe schließen Sie Ihr Projekt »Website« ab, sofern es um grundsätzliche Inhalte und Funktionalität geht. Beenden Sie diese Stufe ebenfalls mit einem Test - möglichst unter den gleichen Bedingungen wie schon zuvor beschrieben.
Ihre zukünftige Arbeit an der Website wird in der Seitenpflege bestehen. Das bedeutet hauptsächlich Neuigkeiten hinzufügen, Korrekturen vornehmen und Funktionalität überprüfen. Sie haben das bereits in Stufe zwei geübt.
Pflegen Sie Ihre Seiten regelmäßig, dann hält sich der Arbeitsaufwand in Grenzen und Ihre Website bleibt frisch.
Also bleiben Sie dran: auf einem stabilen Fundament kann man viel errichten und ausbauen.
In diesem Sinne: viel Erfolg!
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Autor: Frank Baranowski, 2005.