Webdesign: »Hallo Welt« oder ...?
Homepages ohne Bilder
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Benutzer die Bild- und Grafikanzeige abschaltet, wenn er Websites besucht. Die beiden häufigsten Gründe sind:
- Der Benutzer hat eine Sehbehinderung und verlässt sich auf die Textdarstellung
- Der Benutzer möchte überflüssigen Download bei der Übertragung einsparen
Beispielhaft werden drei Homepages gezeigt, die ohne Bildanzeige nur bedingt benutzbar sind. Alle drei bemühen sich übrigens um die Durchsetzung von Barrierefreiheit im World Wide Web (WWW) im Sinne von Accessibility (Zugänglichkeit). Die Beispiele BIENE-Award und Aktion Mensch und Enteraktiv lassen jedoch einfachste Regeln der Benutzbarkeit (Usability) vermissen.
Beispiel BIENE-Award.de
Die Ansicht bei ausgeschalteten Bildern (und Grafiken) zeigt eine Homepage ohne erkennbaren Titel. Zwar befindet sich im Kopfbereich eine Beschreibung, aber weiße Schrift auf gelbem Grund ist einfach nicht lesbar. Außerdem gibt der Text kaum Aufschluss darüber, worum es bei dieser Website überhaupt geht. Diese Unklarheit besteht übrigens auch bei vollständiger Bildanzeige.
Beispiel Aktion Mensch.de
Die Ansicht bei ausgeschalteten Bildern zeigt eine kaum benutzbare Homepage. Die Menge an klickbaren Bildflächen (Bilder als Links) ohne jeglichen erläuternden Text verlangt dem Benutzer unzumutbare Geduld ab.
Nirgendwo wird deutlich, worum es bei dieser Website überhaupt geht und mit welchen Inhalten zu rechnen ist.
Im Kopfteil der Seite befindet sich kein Titel.
Beispiel Enteraktiv.de
Die Ansicht bei ausgeschalteten Bildern zeigt keinen Titel. Auch bei diesem Beispiel muss der Benutzer rätseln, wo er hier überhaupt ist.
Beachten Sie nebenbei auch die Inhalte des Navigationsmenüs. Geht aus den Titeln hervor, welcher Inhalt sich dahinter verbirgt?
Einfachste Regeln der Benutzbarkeit
Der Benutzer muss umgehend erfahren, wo er sich befindet, was ihn erwartet und wie er mit der Website umgehen kann (siehe auch: Homepage-Verbesserungen). Um ihm das zu ermöglichen, sollte eine Homepage diese (Text-)Hilfen deutlich bereit halten:
- Titel der Website
- Fenstertitel
- Tagline (ein Satz, der die Website treffend beschreibt)
- Texte, die auf weitere Inhalte verweisen
Wenn zur erwarteten Benutzerschaft auch Behinderte und Menschen mit Einschränkungen gehören, dann sollte die Homepage tunlichst Bedienhilfen deutlich sichtbar (und vorlesbar) anbieten. Allein das dritte Beispiel (Enteraktiv.de) versucht diese Anforderung zu erfüllen.
Beispiel unten: »Stiftung Digitale Chancen.de« in der Ansicht ohne Bilder. Die Bedienhilfe (im Bild rechts) steht immerhin im Kopfteil der Homepage. Sie könnte aber mit der Linkfläche »Über diese Stiftung« (links) getauscht werden und hätte einen besseren Stand.
Beachten Sie, dass die drei Einstellungs-Links bei dieser Ansicht durcheinandergeraten. Und die Textbeschreibung für das Logo hätte auf den Zusatz »Logo der...« getrost verzichten können.
Die Ansicht ohne Bilder verdeutlicht die Schwächen einer Seite. Was ein Benutzer nicht findet, kann er folglich auch nicht benutzen. Und was ihn verwirrt, bewegt ihn zum Rückzug.
Eine Seite in der Textansicht hat es zudem schwieriger, Vertrauen und Sympathie zu vermitteln, eben weil bestimmte Übermittler fehlen. Daher sollten auch diese zusätzlichen Hilfen als Text-Links auf Homepages angeboten werden:
- Site Map (Inhaltsverzeichnis), um sich einen Überblick zu verschaffen
- Impressum zum Nachweis des Urhebers
- »Über uns«-Seite, die den Urheber und seine Zielsetzung vorstellt
Autor: Frank Baranowski, 2006.